Brandschadensanierung nach Blitzeinschlag

Ausgebrannte Turmspitze des Schlosses von Hohenlimburg

Rekonstruktion des abgebrannten Wehrturmes im Schloß Hohenlimburg

Durch Blitzeinschlag in einen der Schlosstürme im Schloss Hohenlimburg wurde dessen Turmspitze arg in Mitleidenschaft gezogen. Der Innenraum wies starke Brandschäden auf, ein Großteil der Außenwand fiel den Flammen zum Opfer.

Trotz einer Branddauer von fast 6 Stunden waren die Holzbalken, die eigentliche Stützkonstruktion der Schlossturmspitze, lediglich oberflächlich verkohlt – bis zu 3 Zentimeter Tiefe. Der Kern der Holzbalken hingegen hielt den Flammen unbeschadet stand.

Holz – ein äußerst wiederstandsfähiger Baustoff

Aufgrund dessen, dass die Hölzer nur rein äußerlich durch die Flammen beschädigt wurden, bestand zumindestens keine akute Einsturzgefahr der Gesamtkonstruktion und wir konnten sofort mit den Abtragungsarbeiten beginnen.

Ausblick von der Turmspitze des Schlosses zu Hohenlimburg

Sicherung der Baustelle und Beginn der Demontagearbeiten

Da das Arbeiten in luftiger Höhe nicht ganz ungefährlich ist, sicherten wir den Bereich um die Turmspitze herum zunächst einmal ab.

Dann trugen wir sowohl die verkohlten als auch die noch halbwegs verwertbaren Teile der Turmspitze ab und brachten sie zum Wiederaufbau auf unser Firmengelände. Hier rekonstruierten wir alle zerstörten Teile der Turmspitze. Dabei orientierten wir uns detailgetreu an die Vorgaben traditioneller Bauweisen.

Nach Abschluss der Rekonstruktionsarbeiten bauten wir die Turmspitze hier auf unserem Firmengelände fix und fertig zusammen – und zwar in zwei Etappen. Zunächst einmal erstellten wir das untere Geschoss und montierten darauf dann das Spitzgeschoss. Die rekonstruierte Turmspitze stand zum Transport bereit.

Blick zur Turmspitze

Arbeiten in luftigen Höhen

Die Turmspitze stand zum Transport bereit. Dabei stellte es sich jedoch als äußerst schwierig heraus, die bereits zusammengebaute Turmspitze als Ganzes zu transportieren. Immerhin brachte sie 5 Tonnen auf die Waage. Hinzu kam, dass auch ein Autokran vor Ort am Schloss nicht viel hätte ausrichten können. Zuviel unwegsames Gelände blockierte die Zufahrtsmöglichkeiten. Nun wollten wir auch nicht gleich den halben Wald abholzen, nur um einen Baukran aufstellen zu können, der die Turmspitze auf die Schlossmauer hebt.

Dementsprechend suchten wir nach einer umweltfreundlicheren Alternative. Eine, die wir in Erwägung zogen, wäre mit Sicherheit eine spektakuläre Sache gewesen – ein Lastenhubschrauber aus der Schweiz. Leider entpuppte sich diese Alternative nach einigen Recherchen und Berechnungen dann doch eher als eine spektakuläre statt zweckmäßige Sache.

Demontage der bereits zusammengebauten Turmspitze

Turmspitze als Luftfracht-Sendung

Wir hatten die Überlegung, die fertig montierte Turmspitze mit einem Lastenhubschrauber direkt an ihren Bestimmungsort – auf die Schlossmauer zu Hohenlimburg – zu transportieren.

Allerdings offenbarten die Recherchearbeiten nicht nur, dass die ganze Sache eine ziehmlich teuere Angelegenheit werden würde, sondern auch, dass der Lastenhubschrauber lediglich Lasten bis zu 2 Tonnen bewegen könnte. Die komplett montierte Turmspitze aber wog weitaus mehr – nämlich knapp 5 Tonnen. Für dieses Schwergewicht war der Lastenhubschrauber, den wir im Visir hatten, nicht ausgelegt.

Summa summarum: Die Alternative, die Turmspitze per Luftfracht zu transportieren, war einerseits eine sehr kostenintensive Angelegenheit, andererseits aber auch mit unseren Zwecken – 5 Tonnen zu transportieren – nicht kompatibel.

Deswegen blieben wir auf dem Boden der Tatsachen, zerlegten die bereits montierte Turmspitze wieder in ihre Einzelteile und transportierten sie so zum Schloss Hohenlimburg. Es dauerte vielleicht alles etwas länger, verschlang dafür allerdings auch nicht gleich horrende Summen.